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Chronik des

Löschzuges Schmalbroich

Am 01. Juni 1910 bildete sich auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Lück, der auch erster Branddirektor wurde, die Freiwillige Feuerwehr Schmalbroich. Dem Bürgermeister zur Seite standen für die technische Leitung Oberbrandmeister Theodor Rütten (Ziegelheide) und die beiden Brandmeister Heinrich Bröck (Klixdorf) und Heinrich Eickmanns (Wall). Insgesamt zählte man damals 78 aktive Wehrmänner. 
Drei Löschzüge wurden gebildet, Klixdorf, Ziegelheide und Wall. Schon in den ersten Jahren entwickelte sich mit der Nachbarwehr Kempen ein besonders gutes Verhältnis.

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Der zuvor bestandene Feuerlöschverein wurde aufgelöst, sein Vermögen von 928,56 Reichsmark floss in die Kasse der neuen Wehr. Zur Brandbekämpfung war man in den ersten Jahren nur auf Ledereimer angewiesen, bis einige Jahre später jeder Löschzug eine Handdruckspritze erhielt. Als Gerätehaus dienten für die Motorspritze während des Krieges die Werkstatt bei Peter Thiessen in Ziegelheide und später der Geräteschuppen an der Schule in Klixdorf für die zweite Motorspritze.

Nach dem Kriege wurde das alte Gerätehaus bei Bruckes bezogen.

Einkleiden konnten sich die Feuerwehrleute aber erst 1923, als gegen eine Bürgschaft der beiden Brandmeister Evertz (Wall) und Schmedders (Ziegelheide) ein Kredit zur Uniformbeschaffung aufgenommen wurde. Die Höhe des aufgenommenen Kredites ist leider nicht mehr bekannt.

Nicht nur die Führung der Wehr, sondern auch die in den Zügen wechselte recht oft.

So waren folgende Brandmeister mit der Leitung beauftragt:

Klixdorf 1. Zug:

Heinrich Bröck, Jacob Stickelbrucks und Heinrich Peters.

Ziegelheide 2. Zug:

Theo Rütten, Johannes Schmedders, Johannes Berg, Gottfried Willmen,
Heinrich Ensen, Josef Pins und Karl Feegers.

Wall 3. Zug:

Heinrich Eickmanns, Alfons Haefs, Josef Everz, Franz Büschler, Jakob
Panzer, Josef Schmitz, Heinrich Omsels und Johannes Jansen.

Alarmiert wurden die Löschzüge durch den Klang der Brandhörner, die fast auf allen Bauernhöfen griffbereit lagen.

Das Signal für den Zug Klixdorf war ein einzelner Hornstoß. Für Ziegelheide waren es derer zwei und für Wall ertönte das Brandhorn dreimalig. Grundsätzlich wurde zunächst nur der Löschzug benachrichtigt, in dessen Bezirk ein Brand ausbrach. Reichte dessen Kraft jedoch nicht aus, so wurden auch die beiden anderen Züge angefordert. Sechsmal im Jahr traf man sich zu Übungen, Spritzenproben und Aussprachen.

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Der erste Wehrleiter war Theodor Rütten. Zur blauen Uniform trug er stets einen prächtigen Pickelhelm. 1920 wurde er von Johannes Berg (Ziegelheide) abgelöst. Ihm folgte bereits ein Jahr später Matthias Bruckes (Ziegelheide), der bis 1928 im Amt blieb. Unter seiner Führung wurde 1923 das heute noch bestehende Trommler- und Pfeifercorps Schmalbroich gegründet, das zur damaligen Zeit allerdings nur aus Feuerwehrmännern bestand.Im Jahre 1928 übernahm Josef Everz(Wall) und einige Jahre später Heinrich Ensen sen. (Ziegelheide) die Wehrführung. 

Bei der Gleichschaltung im Dritten Reich blieb von den 75 Aktiven nur ein kleines Häuflein übrig. Als Oberbrandmeister Ensen abtrat, wurde kein neuer Wehrleiter mehr gewählt, da die Feuerwehr Schmalbroich der Amtswehr Kempen angegliedert wurde. Die Belange der Wehr wurden von Brandmeister Johannes Weeger (Klixdorf) wahrgenommen. Im 2. Weltkrieg wurde die Wehr Schmalbroich auch ständig zur Nachbarschaftshilfe eingesetzt. Dieses nicht nur in Kempen, sondern auch in den anderen umliegenden Gemeinden des Kreises.

Nach 1945 sorgte Brandmeister Weeger für den Wiederaufbau der Wehr. So erhielt sie unter anderem auch ihre Selbstständigkeit zurück. Dienst wurde in der eigenen Zivilkleidung getan.

In den ersten Nachkriegsjahren erhielt die Wehr eine zweite, allerdings gebrauchte, Tragkraftspritze (TS 8). 1951 gelang es, nach langen Bemühungen und bei gutem Einvernehmen der Wehr mit der Gemeindeverwaltung, die Beschaffung eines Löschgruppenwagens LF 8 durchzusetzen. Zu dieser Zeit hatte die Wehr Schmalbroich  wieder 86 Mitglieder. Der angeschaffte Wagen konnte sich bereits in den  nachfolgenden Jahren bei mehreren Bränden bewähren, besonders erwähnenswert sei hier der Brand auf dem Gehöft bei Josef Tendyck in Klixdorf.

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Am 25.07.1962 trat das LF 8, welches vor 11 Jahren von der Gemeinde Vorst erworben wurde, seine letzte Fahrt an. Auf der Einsatzfahrt zu einem Brandeinsatz auf dem Gehöft des Bauern Ludwig Gleumes in Wall verunglückte die Besatzung mit ihrem Fahrzeug. An diesem enstand Totalschaden. Die Besatzung kam zum Glück mit einem blauen Auge davon. Aufgrund dieses Ausfalls bemühte man sich um ein neues Fahrzeug, was nach längerer Wartezeit am 18.03.63 von Erfolg gekrönt war. Ein neues LF 8 wurde der Wehr übergeben. Zusätzlich konnte nach kurzer Wartezeit auch eine Schmutzwasserpumpe in den Gerätebestand aufgenommen werden.

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Dank der Hilfe und Bereitschaft der Gemeinde Schmalbroich konnte die Wehr im Jahre 1966 in eine neue Unterkunft wechseln. Die ehemalige Schule in Ziegelheide wurde zu einem modernen Gerätehaus umgebaut. Gleichzeitig wurde auch ein Unterrichtsraum geschaffen. Die Wehr Schmalbroich war somit den Anforderungen entsprechend untergebracht.

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Nach Fertigstellung des Gerätehauses bemühte man sich um die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeuges.

Das TLF 16, ein Magirus, wurde im März 1969 feierlich der Wehr übergeben. Die „Wehr Schmalbroich“ war nunmehr bestens ausgerüstet und konnte folglich, nach der kommunalen Neugliederung im Jahre 1970, ihre Aufgaben als „Löschzug Schmalbroich“ der „Freiwilligen Feuerwehr Kempen“ wahrnahmen.

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Löschzugführer Oberbrandmeister Ingenleuf trat im Jahre 1977 von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger als Zugführer wurde Hauptbrandmeister Karl Pooten, der dem Löschzug bis 1992 vorstand. Als sein Stellvertreter stand ihm Unterbrandmeister Hans Buckenhüskes zur Seite. Dieser bekleidete von 1949 bis 1985 auch das Amt des Schriftführers.

Im Jahre 1984 wurde das mittlerweile 20 Jahre alte LF 8 durch ein neues Fahrzeug ersetzt. Das „jüngste Kind“ der Floriansjünger im Gerätehaus Schmalbroich war teuer. 93.000,- D-Mark kostete das neue LF8 vom Typ Daimler-Benz mit einem Aufbau der Firma Wilhelm Schlingmann aus Dissen. 

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Im Jahre 1987 wurde Hans Buckenhüskes aus Altersgründen in dieEhrenabteilung der Feuerwehr verabschiedet. Zum neuen stellvertretenden Löschzugführer ernannte Stadtdirektor Hülshoff den Oberbrandmeister Franz-Heiner Jansen.

Im Jahre 1992 trat Karl Pooten als Löschzugführer zurück. Er hatte große Verdienste um das Fortbestehen unseres Löschzuges, welcher aus Kostengründen geschlossen werden sollte. Pooten und einigen Politikern ist es zu verdanken, das unser Löschzug auch heute noch existiert.

Der Löschzug wurde dann am 19.02.1992 von Franz-Heiner Jansen als Löschzugführer und Horst Dönig, als seinem Stellvertreter, übernommen. Dieses sollte für die folgenden  10 Jahre, das heißt bis zum Jahr 2002, der letzte Führungswechsel gewesen sein.

Am 21. Mai 1993 kaufte der Löschzug ein ausgedientes Fahrzeug der Stadtwerke Kempen.

Es handelte sich um einen ehemaligen Werkstattwagen vom Typ VW, Baujahr 1988. In Eigenregie und unter Anleitung eines erfahrenen Kfz-Meisters wurde der Wagen komplett zerlegt und in mühevoller Kleinarbeit zu einem voll funktionsfähigen Manschaftstrans-portfahrzeug (MTF) umgebaut. Die Finanzierung wurde aus Spenden der Bevölkerung und eigenen Mitteln bestritten.

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Im Jahre 1994 wurde der 1969 beschaffte TLF 16 außer Dienst gestellt. Für ihn erhielt der Löschzug einen TLF 16/25.Dieses Tanklöschfahrzeug, bestehend aus einem Mercedes-Benz Fahrgestell und einem Aufbau der  Firma Schlingmann, mit seinen 2.400 Liter Wasser an Bord und einer umfangreichen Beladung, erfüllt noch heute seinen Dienst. Und dies zur vollsten Zufriedenheit der Mannschaft.

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Ebenfalls in der Amtszeit von Jansen und Dönig kam es dann zum größten Bauprojekt, welches der Löschzug je mit den eigenen Schultern stemmte. Im Jahr 1998 erfolgte ein Erweiterungsanbau an das doch mittlerweile in die Jahre gekommene und zu klein gewordene Gerätehaus. In diesem Anbau sollte nicht nur das neue MTF seinen Stellplatz finden sondern es sollte auch noch Platz für eine Werkstatt und die Atemschutzgeräte bieten. Am Samstag, den 22. Mai 1998, fand der offizielle erste Spatenstich unter Teilnahme von Stadtdirektor Hensel und Wehrführer Hans-Josef Güldenbog statt. Für die Baumaßnahme mussten die Wehrmänner tief in ihre Kameradschafts-kasse greifen, denn alle Materialkosten
wurden durch sie selbst getragen.

In seiner Ansprache ließ Stadtdirektor Karl Hensel somit auch verlauten: „Eine solche Aktion hat es bisher in der Gesamtwehr Kempen noch nicht gegeben“. 

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Genau einen Monat nach Fertigstellung des Neubaus wurde der im Mai 1993 von den Kameraden selbst erworbene und hergerichtete MTF durch ein neues Fahrzeug ersetzt. Ein Mercedes Sprinter übernahm den freigwordenen Stellplatz im neu errichteten Anbau.

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Erstmals in der Geschichte der Gesamtwehr Kempen wurde am Himmelfahrtstag des Jahres 1997 die Indienststellung eines bundeseigenen Löschfahrzeuges LF 16/TS gefeiert. Das nicht mehr ganz neue Fahrzeug wurde Dank des Bemühens von Kreisbrandmeister Heinz-Josef Dresen und der Kreisverwaltung Viersen der Kempener Wehr zur Verfügung gestellt und beim Löschzug Schmalbroich stationiert. Es stammte aus dem Bestand der Zivil- und Katastrophenschutzfahr-zeuge des Bundes, welche dem Brandschutzdienst zu-geordnet sind. Es ersetzte das 1984 angeschaffte LF 8.

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Im Juli 2002 trat Horst Dönig aus dem Löschzug aus. Mit dem Austritt verlor der Löschzug nicht nur seinen stellvertretenden Löschzugführer, sondern seinen langjährigen Gerätewart und Disponenten bei der Kreisleitstelle in Viersen. Zu seinem Nachfolger wählten die Kameraden des Löschzuges den damaligen Hauptbrandmeister Norbert Eidner. 

Auch diese Zusammensetzung (Jansen/Eidner) war nicht von langer Dauer, da Zugführer Jansen, seit Anfang 2002 auch stellvertretender Wehrführer, im Dezember 2003 zum neuen  Wehrführer der Stadt Kempen bestellt wurde. Im gleichen Monat wurden also erneut Wahlen für eine neue Löschzugführung durchgeführt.

Zum Löschzugführer wurde Brandinspektor Norbert Eidner und zu seinem Stellvertreter der damalig langjährige Atemschutzgerätewart, Brandinspektor Andreas Syben, durch den Löschzug gewählt. Eidner und Syben wurden am 11.03.2004 offiziell von Bürgermeister
Hensel ernannt.

Am 25.11.2005 wurde das neueste Fahrzeug des Löschzuges in Dienst gestellt. Es handelt sich hierbei um ein LF 20/16, welches ebenfalls durch die Firma Schlingmann auf einem MB Atego Fahrgestell aufgebaut wurde. Mit der Indienststellung dieses Fahrzeuges wurde dem Löschzug auch ein größerer Ausrückebezirk zugeteilt. Seit Ende 2005 ist der Schmalbroicher Löschzug nicht nur für die Bezirke Klixdorf, Ziegelheide und Wall zuständig, sondern wird auch zu Einsätzen im Bezirk Hagelkreuz alarmiert. Aufgrund der baulichen und örtlichen Gegebenheiten zählen hierzu auch das Krankenhaus „Hospital zum Heiligen Geist“, das Altenheim „Von-Broichhausen-Stift“, das Freizeitbad „Aqua-Sol“ sowie das „Luise von Duisberg Gymnasium“.

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In den nun 100 Jahren, in denen die „Feuerwehr Schmalbroich“ besteht, rückten die Kameraden zu unzähligen Einsätzen aus. Es wurden Zimmer- und Kaminbrände bekämpft, Keller ausgepumpt, Gehöft- und Flächenbrände gelöscht sowie Verletzte aus verunfallten Fahrzeugen und Tiere aus Notlagen geborgen.

                                                      

Heute besteht der Löschzug aus

39 Kameraden im aktiven Dienst, 

5 Kameraden der Ehrenabteilung sowie den

6 Kameraden der Jugendfeuerwehr.

Gott zur Ehr,



dem Nächsten zur Wehr